Digitalisierung im Büro – Rechtsanwälte haben noch Potenzial

Digitalisierung im Büro – Rechtsanwälte haben noch Potenzial

Wenn in deutschen Kanzleien das Internet genutzt wird, geht es meistens um fachliche Inhalte. Mit weitem Abstand auf Rang zwei folgen professionelle Plattformen für Terminsvertretungen. Bei der Personalsuche oder der Mandantengewinnung spielt das Netz dagegen eine untergeordnete Rolle. Das hat eine gemeinsam von FORIS und AdvoAssist erstellte Legal-Tech-Studie ergeben.

Bonn, Berlin | 23. Juli 2019 – „Digitalisierung“ und „KI“, also künstliche Intelligenz, sind die Schlagworte, wenn es um die Arbeitswelt von morgen geht. Klar ist schon heute, kaum eine Branche wird sich den Veränderungen entziehen können. Ein wichtiger Baustein hierfür ist gerade in Dienstleistungsberufen das Internet und dessen Nutzung – etwa für die Kommunikation nach innen und außen oder die Kundengewinnung. Die von dem Prozessfinanzierer FORIS AG und AdvoAssist, dem größten Online-Netzwerk für Terminsvertretung, durchgeführte Legal-Tech-Studie zeigt, dass sich der digitale Wandel bei den Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland bisher noch nicht voll durchgesetzt hat.

Das Internet wird von Anwältinnen und Anwälten in erster Linie als Nachschlage- und Informationstool genutzt. 65 Prozent der gesamten Internetzeit wird für entsprechende Anwendungen aufgewandt. Mit weitem Abstand folgen auf Rang zwei mit einem Anteil von 9 Prozent professionelle Plattformen für Terminsvertretung. Gerade einmal 2 Prozent der Zeit wird dem Besuch von Recruiting-Seiten gewidmet.

Noch ernüchternder wird das Bild, wird zusätzlich die pro Tag insgesamt im Netz verbrachte Zeit betrachtet: Rund 133 Minuten sind Anwältinnen und Anwälte täglich im Netz unterwegs. Das sind 5 Prozent mehr als 2016 und liegt knapp 21 Prozent über dem 2014 für das Internet verbrauchten Zeitbudget. „Das Problem ist nicht die Nutzungsdauer, sondern die Nutzungsart“, sagt Hanns-Ferdinand Müller, Vorstand der FORIS AG.

Nicht einmal drei Minuten täglich widmen Kanzleien durchschnittlich dem Online-Recruiting. Gut 9 Minuten verbringen die Befragten auf den Seiten professioneller Netzwerke, die für die Suche nach Mandanten eine durchaus wichtige Rolle spielen könnten, wenn sie strategisch eingesetzt würden. Für alles andere, also etwa die Betreuung eines Blogs oder die inhaltliche Pflege der Kanzleiwebseite, blieben nur rund 8 Minuten täglich.

Da verwundert es nicht, dass die Mandantenakquise nach wie vor eher traditionell vonstatten geht:

95 Prozent der Befragten bezeichnen die traditionelle „Weiterempfehlung durch Mandanten“ als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ für die Gewinnung neuer Mandanten. Immerhin 64 Prozent sagen das auch von der Kanzleiwebseite, die damit im Vergleich der digitalen Kanäle deutlich führt. Auf Platz drei der Liste folgt die Kooperation mit anderen Anwälten und Kanzleien, die 37 Prozent der Befragten als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ einordnen. Auf den hinteren Rängen rangieren eigene Veröffentlichungen (18 Prozent) und der eigene Blog (13 Prozent). „Interessant ist, dass der Blog im Gegensatz zu allen anderen Kategorien, im Vergleich zu unserer Studie 2016 an Bedeutung gewonnen hat. Zwei Prozentpunkte ging es für diesen digitalen Kanal nach oben“, sagt Alexander Kihm, Partner bei AdvoAssist.

Andere digitale Kanäle wie Rechtsanwaltsverzeichnisse und Bewertungsportale (29 Prozent) oder Anzeigen im Internet (26 Prozent) finden sich im Mittelfeld wieder. „Es erstaunt schon, dass von den vielen nutzbaren digitalen Kanälen lediglich die Webseite es geschafft hat, sich als Instrument zur Mandantenakquise zu etablieren“, sagt Jan Simon Raue, ebenfalls Partner bei AdvoAssist. „Wer heute noch die Webseite als sein wichtigsten Online-Tool bezeichnet, ist zumindest nicht gerade an der Spitze der Digitalisierungsbewegung“, ergänzt Müller.

Die komplette Studie ist abrufbar unter https://www.advo-assist.de/rechtsmarktforschung/.

 

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