Die FORIS AG beabsichtigt, für das Geschäftsjahr 2018 außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von ca. 2.145 TEUR vorzunehmen. Unter dem Vorbehalt der noch zu erfolgenden Jahresabschlussprüfung geht die FORIS AG von einem negativen Periodenergebnis für 2018 von ca. 2.538 TEUR aus. Ungeachtet der - nicht liquiditätswirksamen - Abschreibungen haben sich die Geschäftsbereiche Prozessfinanzierung und Vorratsgesellschaften im Geschäftsjahr 2018 positiv entwickelt. Branchentypisch ist mit Prozessfinanzierungsumsätzen erst einige Jahre nach dem Abschluss neuer Prozessfinanzierungsverträge zu rechnen. Der Vorstand bewertet die strukturelle Ertragsfähigkeit der FORIS AG insoweit gegenüber den Vorjahren als deutlich stärker.

 

Bei den Abschreibungen geht es um zwei Geschäftsvorgänge. Im Geschäftsbereich Go Ahead, der den Verkauf und die Verwaltung englischer und irischer Limiteds betreut, hat eine Werthaltigkeitsprüfung ergeben, dass der bilanzielle Firmenwert um ca. 1.392 TEUR auf dann 1.473 TEUR zu verringern ist. Fortdauernde politische und rechtliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit führen dazu, dass Kunden verstärkt in andere Gesellschaftsformen ausweichen. Zwar hat sich dieser Effekt in 2018 noch nicht voll ausgewirkt. Auch kompensiert die Go Ahead einen Teil durch den steigenden Verkauf irischer Limiteds. Mit Blick auf den bevorstehenden Brexit-Stichtag besteht aus Sicht des Vorstandes allerdings eine erhebliche Verunsicherung im Markt. Der Drang aus der englischen Limited dürfte zum 29. März 2019 einen Höhepunkt erreichen.

Eine weitere Abschreibung betrifft die Prozessfinanzierung. Insoweit haben sich die Erfolgsaussichten in einem größeren, langjährig betreuten Fall im vergangenen Jahr verschlechtert. Zwar bestehen weiterhin Aussichten auf einen Prozesserlös. Allerdings gibt es anders als noch im vergangenen Jahr zu geringe Erkenntnisse für eine positive Prognose.

Der Geschäftsbereich Prozessfinanzierung hat sich dagegen strukturell deutlich verbessert. Zum einen hat die FORIS AG im Analysezeitraum zwischen dem 30. Juni 2017 und dem 31. Dezember 2018 ca. 87 Prozent der abgerechneten Prozessfinanzierungsfälle (26 von 30 Fällen) gewonnen bzw. durch Vergleich positiv beendet. Dieser Wert liegt nach Einschätzung der FORIS AG weit über dem Durchschnitt, der in der Branche generell zu erwarten ist. Zum anderen hat sich das Prozessportfolio der FORIS AG erheblich vergrößert. Die Zahl der in Finanzierung befindlichen Fälle ist um ca. 50 Prozent gestiegen. Das im Geschäftsjahr 2018 akquirierte Erlöspotential aus Zivilprozessen lag bei etwa dem Zehnfachen des im Geschäftsjahr 2017 akquirierten Erlöspotentials. Auch hat die FORIS AG strategisch wichtige Rechtsgebiete (z.B. im Kartellschadensersatzrecht) und neue Kooperationspartnerschaften planmäßig ausgebaut. Diese positiven Entwicklungen versprechen für die kommenden Jahre - ggf. mit einer Verzögerung für die Dauer der Rechtsverfolgung von geschätzt drei bis vier Jahren - ein Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

Bonn, 27. Februar 2019

Der Vorstand

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Conny Leuschner
Conny Leuschner Rechtsfachwirtin, Marketing-/Projektkoordinatorin
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